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14.02.2015, 21:02 Uhr
im Gespräch mit Michaela Noll, MdB
Attraktivitätsoffensive der Bundeswehr
Auf der Vorsitzendenkonferenz der Landesfrauenunion NRW am 07.02.2015 in Düsseldorf trafen die Kreisvorsitzende Ursula Stuff und ihre Stellvertreterin Kerstin Brauer auf die parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU- Bundestagsfraktion und Mitglied im Verteidigungsausschuss, Frau Michaela Noll.
Frau Noll referierte über die derzeit laufende Attraktivitätsoffensive der Bundeswehr. Die Olper Damen nutzen die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch. 

Frau Noll berichtete, dass die internationale Sicherheitslage sich im letzten Jahr dramatisch verschärft hat. Schmerzlich ist uns bewusst geworden: Freiheit und Sicherheit sind keine Selbstverständlichkeit. Deutschland wird mehr Verantwortung in der Welt übernehmen müssen, die Anforderungen an die Bundeswehr und an ihr Personal werden steigen.

Für ihre Aufgaben benötigen die Bundeswehr qualifizierte und motivierte Soldatinnen und Soldaten und Zivilbeschäftigte. Dabei steht sie vor gewaltigen Herausforderungen: Nach der Aussetzung der Wehrpflicht ist die Bundeswehr eine Freiwilligenarmee, d. h. sie konkurriert mit zivilen Arbeitgebern um die besten und verantwortungsvollsten Köpfe in Deutschland. Angesichts der demografischen Entwicklung und des Fachkräftemangels muss die Bundeswehr deutlich attraktiver werden, um in diesem Wettbewerb bestehen zu können. Zur Verdeutlichung: Damit die Bundeswehr ihren Personalbedarf decken kann, müssen sich 10% eines Jahrgangs potenziell bewerben, das sind 60.000 junge Menschen. Kein anderes Unternehmen in Deutschland hat so hohe Ansprüche.

Im Koalitionsvertrag haben wir deshalb eine „Attraktivitätsoffensive“ für die Bundeswehr vereinbart, um sie zu einem der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland zu machen. In meinen Augen eine Frage, die essentiell für das Fortbestehen der Bundeswehr und damit für die Sicherheit Deutschland ist.

Die Attraktivitätsoffensive besteht aus zwei Säulen:

I. Agenda „Bundeswehr in Führung - Aktiv. Attraktiv. Anders.“:

Die „Agenda Attraktivität“, die Verteidigungsministerin von der Leyen im Sommer 2014 auf den Weg gebracht hat, enthält 29 Maßnahmen, die nicht per Gesetz geregelt werden müssen. Sie werden durch das Bundesverteidigungsministerium und die Bundeswehr eigenverantwortlich umgesetzt.

Die Agenda beabsichtigt zahlreiche Verbesserungen im Bereich wie Führungs- und Organisationskultur, Balance zwischen Familie und Dienst, Karrierepfade, Gesundes Arbeiten und Moderne Unterkünfte. Rund 100 Millionen Euro in fünf Jahre werden dafür zur Verfügung gestellt.

II. „Gesetz zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr“:

Das häufig als „Artikelgesetz“ bezeichnete Gesetzespaket sieht insgesamt 22 Maßnahmen in den Bereichen Arbeitsbedingungen, Dienstgestaltung, Vergütung und soziale Absicherung vor, um die Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber zu steigern, u. a.:

1) Eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Dienst durch bessere Arbeitsbedingungen:

-Regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit mit 41 Stunden

- Bessere Teilzeitmöglichkeiten

- Familienhilfe, wenn eine Soldatin oder Soldat im Einsatz ist

2) Eine bessere Besoldung:

- Personalbindungszuschlag

- Erhöhung von Stellen- und Erschwerniszulagen

- Erhöhung des Wehrsolds für Freiwillig Wehrdienstleistende

3) Eine bessere soziale Absicherung:

- Aufhebung der Hinzuverdienstgrenzen

- Verbesserung beim Versorgungsausgleich

- Verbesserung bei der Alterssicherung für Zeitsoldaten

Mit dem Gesetzentwurf hat sich der Bundestag am 30. Januar in erster Lesung beschäftigt. Ende Februar wird die 2. Und 3. Lesung stattfinden, so dass das Gesetz bereits im April 2015 in Kraft treten kann.

Frauen in der Bundeswehr:

Die Attraktivitätsoffensive zeigt bereits erste Erfolge: Als 2011 der freiwillige Wehrdienst eingeführt wurde, sind im Startquartal rund 3500 Männer eingestellt worden - und nur 55 Frauen. Diese Zahl hat sich gegenüber dem zuletzt gemessenen Quartal verzehnfacht auf 560 Frauen. Der Frauenanteil ist bei den „Einsteigern“ allein in den letzten 24 Monaten von 10 auf 14% gesprungen.

Derzeit macht der Anteil der Berufs- und Zeitsoldatinnen in der Bundeswehr gut 10 Prozent aus: Von den insgesamt gut 180.000 Soldaten der Bundeswehr - Berufssoldaten, Zeitsoldaten und Freiwillig Wehrdienstleistende - sind knapp 19.000 Frauen (Stand: November 2014). Langfristiges Ziel ist ein Frauenanteil im Truppendienst von 15%, im Sanitätsdienst sogar 50%.

Die „Studie Truppenbild ohne Dame?“ (2014) zeigt, an welchen Stellen anzusetzen ist, um die Bundeswehr gerade für Frauen noch attraktiver zu machen. Der Integration von Frauen in die Bundeswehr bedarf ohne Frage noch weiterer Anstrengungen. Vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Dienst wird von vielen Soldatinnen noch als verbesserungswürdig empfunden.
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